E-Scooter flitzen überall durch die Städte. Einen Helm trägt dabei so gut wie niemand – und das obwohl die Unfallzahlen stark ansteigen. In einer kürzlich von der DEKRA in Auftrag gegebenen Studie wurde die Wirksamkeit von Helmen auf E-Rollern unter die Lupe genommen. Der Automobilclub KS e.V. fasst die Ergebnisse des Forschungsprojektes zusammen.

Mit dem sich rasant vergrößernden Anteil von E-Scootern im Straßenverkehr in den vergangenen Jahren steigt auch die Anzahl der Unfälle, in die die wendigen Flitzer involviert sind. Während das Statistische Bundesamt für Elektrokleinstfahrzeuge – in diese Kategorie fallen die E-Scooter – für 2021 noch 5.615 Unfälle mit Personenschaden registrierte, stiegen die Unfallzahlen über 8.443 (2022) sowie 9.544 (2023) kontinuierlich an und erreichten 2024 einen neuen Höchststand von ganzen 12.027 Unfällen mit Personenschaden. Die Zahl der Getöteten stieg im gleichen Zeitraum von 5 (2021) über 10 (2022) und 21 (2023) bis auf 26 Getötete im vergangenen Jahr. Sehr hoch dürfte allerdings die Dunkelziffer der Alleinunfälle sein, also Fälle, bei denen jemand ohne Beteiligung anderer mit dem E-Scooter gestürzt ist – beispielsweise durch Unebenheiten oder Hindernisse auf der Fahrbahn, zu hohe Geschwindigkeit oder auch unter Alkoholeinfluss.

Helm auf bei E-Scootern

Um herauszufinden, wie sich ein Crash mit dem E-Scooter auf Fahrerin oder Fahrer vor allem in Bezug auf das Tragen eines Helms auswirkt, hatte die DEKRA Unfallforschung zusammen mit den Universitäten in Marseille und Montréal ein gemeinsames Forschungsprojekt („Assessing bicycle helmet protection for head and neck in E-scooter falls“) gestartet: In der ersten experimentellen Studie zur Kopfkinematik und Wirksamkeit von Helmen bei E-Scooter-Stürzen wurden im DEKRA Crash Test Center in Neumünster Testreihen bei 20 km/h simuliert. In einer Unfallkonstellation prallte der E-Scooter rechtwinklig auf einen Bordstein, in der anderen in einem Winkel von 55°. Der Crash-Test-Dummy auf dem Scooter trug in der einen Versuchsreihe einen Helm, in der anderen nicht. Beim Unfall und dem darauffolgenden Sturz wurden die biomechanischen Belastungen gemessen, die auf den Dummy an unterschiedlichen Stellen, vor allem an Kopf und Nacken, einwirkten.

Das Ergebnis der Versuche erläutert Andreas Schäuble, Biomechanik-Experte der DEKRA Unfallforschung folgendermaßen: „Der direkte Aufprall mit dem Kopf wird zwar durch den Helm gedämpft. Gleichzeitig bleiben die Belastungen für den Nacken sowie für das Gehirn durch die Rotationsbewegung des Kopfes hoch.“ Der Helm wirkt also bis zu einem gewissen Grad und hat daher absolut seine Daseinsberechtigung. Vollständig vermieden werden können Gehirnverletzungen dadurch jedoch nicht. Auch insgesamt bleibt das Verletzungsrisiko hoch, denn während der direkte Aufprall gedämpft wird, entstehen hohe Belastungen für Nacken und Gehirn. Die Studienverfasser betrachten die Versuchsreihe als guten Ausgangspunkt für weitere Forschung.

Zugleich erkennen sie neue Ansätze für die bislang geltenden Normen und Teststandards für Fahrrad- / Scooterhelme. „In heutigen Helmtests spielt nur die direkte Aufprallenergie, also die lineare Beschleunigung, eine Rolle. Wie wir mit diesen Crash-Tests gezeigt haben, müssten schräge Stöße und Rotationsbewegungen möglichst auch berücksichtigt werden“, so der DEKRA Unfallforscher mit Blick sowohl auf Stürze mit dem E-Scooter als auch mit dem Fahrrad.

Auch die bauliche Radwege-Infrastruktur muss verbessert werden

Der Automobilclub KS e.V. forciert als Mitbegründer des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) seit jeher die Vision Zero, also die Vision, den Straßenverkehr so sicher zu machen, dass es langfristig keine Verkehrstoten mehr gibt. Auch befürwortet der Club ausdrücklich das Tragen eines Helms, um schwere Kopfverletzungen möglichst zu vermeiden. „Die DEKRA Studie zeigt aber auch, dass ein Helm kein Garant ist, bei einem Unfall Kopfverletzungen zu vermeiden. So ist das Risiko für schwere Kopf- und Nackenverletzungen zumindest bei E-Scootern nach wie vor hoch. Zugleich sehen wir, dass etwa in den Niederlanden, der Radfahrer-Nation schlechthin, kaum jemand einen Helm trägt – Kinder sowie Fahrerinnen und Fahrer von Elektrobikes und Rennrädern ausgenommen. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein wichtiger Aspekt ist jedoch die bauliche und organisatorische Ausgestaltung der Infrastruktur, die auf einen sicheren Radverkehr zielt. Hier sehen wir klar die nächste Bundesregierung in der Pflicht, im Rahmen des neuen Infrastrukturpakets auch die Infrastruktur baulich so zu gestalten, dass Fahrrad- und E-Scooter-Verkehr deutlich sicherer werden“, erklärt Isabella Finsterwalder, Pressesprecherin des Automobilclub KS e.V.

 

Über den KRAFTFAHRER-SCHUTZ e.V.

Der Automobilclub KS e.V. ist mit rund 600.000 Mitgliedern der drittgrößte Automobilclub in Deutschland. Er ist seit Jahrzehnten Mitglied der Deutschen Verkehrswacht (DVW) und zählt zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Auf europäischer Ebene ist der KS zudem Gründungsmitglied des EAC (European Automobile Clubs). Das Ziel ist eine europaweit sichere und nachhaltige Verkehrspolitik.

Darüber hinaus engagiert sich der KS seit mehr als 40 Jahren für mehr Umweltschutz und Energiesparen im gesamten Bereich des automobilen Verkehrs. Um den Stellenwert der Automobilbranche für Energiesparen sowie Klima- und Umweltschutz zu unterstreichen, beschloss der KS, ab 1981 jährlich den KS Energie- und Umweltpreis zu vergeben.

Mit seinen Töchtern AUXILIA Rechtsschutz-Versicherungs-AG und KS Versicherungs-AG bietet er eine umfassende Palette an Club- und Versicherungsleistungen – von der Wildschadenbeihilfe über den KS-Not fall-Service bis hin zu preiswerten Rechtsschutz- und Schutzbriefversicherungen –, die aufgrund von Leistung und Preis in den vergangenen Jahren viele Rankings gewonnen haben. In der Münchner Zentrale und in acht Bezirksgeschäftsstellen sind rund 180 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz der KS-Gruppe liegt bei rund 140 Millionen Euro. Der Vertrieb erfolgt über 10.000 unabhängige Makler und Mehrfachagenten.

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